Lok 8:


Ehemalige Lok Westfalen 8

Hersteller: Klöckner - Humboldt - Deutz AG
Typ: A6M 517, überholt bei Fa. Rensmann 9/1986
Fabrik-Nr.: unbekannt
Baujahr: Vermutlich 1949
Leistung: 75 PS
Dienstgewicht: 10,0 t
Zustand: Nicht betriebsfähig, in Aufarbeitung

Indienststellung um 1950 auf dem Steinkohlenbergwerk Westfalen in Ahlen, in den 1990er Jahren an Besucherbergwerk Markus Röhling-Stollen, Frohnau im Erzgebirge, abgegeben an Stadt Lengefeld für Museum Kalkwerk Lengefeld und Aufstellung vor der Zufahrt, 2011 an Arge Schroederstollen.

Interessant ist für uns, dass einzelne Motorkomponenten mit unserer GZ 30B (Lok 1) baugleich sind und das wir hier neben Lok 1 (Getriebe mit Turbokupplung), Lok 7 (Getriebe mit Zahnradabtrieb und Kuppelstangen) nun eine weitere Form der Kraftübertragung, nämlich Getriebe mit Blindwelle und Kuppelstangen, vorführen können. Als weiteren Pluspunkt verbuchen wir, dass zusammen mit unseren sieben 8-sitzigen Personenwagen von Brüninghaus nun ein stilreiner Personenzug von der Zeche Westfalen in der Sammlung ist.

Unter der Bezeichnung A6M 517 oder KML 6 verbirgt sich eine bewährte Lokkonstruktion, die ab 1939 in vielen 100 Exemplaren auf Zechen und Erzbergwerken eingesetzt wurde und in den 60er Jahren im Typ GG 90 B als Weiterentwicklung mit Gelenkwelle und hydraulischer Kraftübertragung mündete. Der Name bezeichnet eigentlich den Motor (Aggregat, 6-Zylinder, Wasserkühlung (Medium), 5. Bauserie, 17 cm Hub). Da dieser Motor aber auch in der GG 90B und in normalspurigen Kleinloks der Leistungsklasse 2 verbaut wurde, kommt es bei der Identifizierung gelegentlich zu Irritationen. Der Motor ist von 130 auf 75 PS gedrosselt, um die für den Untertagebetrieb vorgeschriebenen Abgaswerte zu erreichen. In dieser Bauform kann die Maschine 30 Wagen Kohle oder 20 Wagen Berge bewegen; dafür stehen 4 Gänge zur Verfügung.

Zeichnung des Loktyps aus einer Akte des Oberbergamts Clausthal, Quelle Bergarchiv Clausthal

26.09.2011: Lok 8 abgestellt vor dem Museum Kalkwerk Lengefeld. Während am Besucherbergwerk Markus-Röhling-Stollen die sauber lackierte Schwesterlok aufgestellt wurde, wußte man in Lengefeld mit der Westfalen 8 nichts anzufangen. Westdeutsche Nachkriegsfabrikate wurden in der DDR praktisch nie eingesetzt und im Kalkwerk Lengefeld schon gar nicht. Im Schatten der Kalkverladung staubte die Lok langsam zu. Unkräuter wuchsen aus Kühler, Auspuff und Puffern. Im Motorraum fanden wir einen Geocache.

 

05.11.2011: Frisch am Schroederstollen angekommen führen wir eine erste Grobreinigung durch Der Kalkstaub wird mit Druckluft ausgeblasen.

Der Motor entpuppte sich aufgrund eines Wasserschadens als praktisch nicht aufzuarbeiten. Über den Sommer 2012 wurde ein Ersatzmotor beschafft und aus beiden Exemplaren ein funktionsfähiger Motor zusammengesetzt. Im Januar 2013 wurden am Fahrgestell Entrostungs- und Lackierarbeiten begonnen. Witterungsbedingt fanden diese im Stolleneingang statt.

Bei gutem Wetter wurden die Anstricharbeiten im Freien weitergeführt. Im Juli 2013 sieht die Maschine schon deutlich besser aus. Während dieser Arbeiten reifte in uns allerdings die Erkenntnis heran, dass man zur Aufarbeitung eines Fahrzeuges letztlich eine trockene und geräumige Werkstatt benötigt. Somit haben wir weitere Instandsetzungsarbeiten bis zur Fertigstellung unseres Lokschuppens aufgeschoben.