Loks 1 und 33:

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Ehemalige Lok Gneisenau 25
Hersteller: Klöckner - Humboldt -
Deutz AG |
Indienststellung 22.03.1950 auf Zeche Gneisenau in
Dortmund-Derne, zuletzt eingesetzt auf der 8. Sohle für Wasserhaltungsbetrieb Gneisenau
4/Kurl 3 nach Anschluß an Zeche Haus Aden. Einstellung
der Produktion im Feld Kurl 1998, folgend Aufgabe der
Verbindungsstrecke Gneisenau-Kurl und Übernahme der
Wasserhaltung durch Haus Aden. Im Mai 2000 Abgabe der Lok an Museum für feldspurige Industriebahnen
Ostercappeln-Hitzhausen, 2007 von dort an Arge Schroederstollen,
Umspurung von 550 auf 600 mm. Bei der GZ 30B handelt es sich um eine mittelschwere Diesellokomotive für den Zubringerdienst im Steinkohlenbergbau. Angetrieben wird sie durch einen wassergekühlten 2-Zylinder-Dieselmotor mit hydraulischer Turbokupplung und mechanischem Getriebe mit 4 Gängen. Aufgrund der Sicherheitsvorschriften für den Einsatz unter Tage verfügt sie über eine handbetätigte CO2-Löschanlage, einen herausnehmbaren Pulverlöscher und einen Abgaswäscher. Dem Schlagwetterschutz geschuldet ist der wassergekühlte Auspuffkrümmer und der mit Druckluft betriebene Anlasser. Die GZ 30B wurde in zahlreichen Exemplaren gebaut und bewährte sich auch im Erz- und Kalibergbau sehr gut. Noch heute steht sie bei verschiedenen Museumsbahnen und Besucherbergwerken im Einsatz. |
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Ehemalige Lok Gneisenau 24
Hersteller: Klöckner - Humboldt -
Deutz AG |
Indienststellung 22.03.1950 auf Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, zuletzt vermutlich eingesetzt für Wasserhaltungsbetrieb Gneisenau 4/Kurl 3 zusammen mit Lok Gneisenau 25. Abgestellt bei ehemaligem Bergmann in Essen, Übergabe an privat 2023, Unterstellung bei Feld- und Grubenbahnmuseum Fortuna e.V., Zerlegung und teilweise Aufarbeitung, Umsetzung nach Niederschelden 2025. Nach Kündigung des dortigen Mietverhältnisses Abgabe der Lok an Arge Schroederstollen 09.2026. Im Frühjahr 1950 beschaffte Gneisenau zwei Deutz A2M517. Von der Gneisenau 25 kennen wir die Fabriknummer. Bei unserer Gneisenau 24 sind keine Daten bekannt, aber die Loknummer 24 auf den Fahrzeugrahmen belegt. Da die Zechenloknummern aufeinander folgen, ist es naheliegend, dass es sich hierbei um die zweite Maschine aus der Beschaffung vom 22.03.1950 handelt. Die Deutz-Lieferliste gibt hierfür die Fabriknummer 47087 aus; die beiden sind sozusagen Geschwister. Im Gegensatz zur Gneisenau 25 wurde die 24 nicht bei Rensmann umgebaut und verfügt noch über die alte Ausführung des Motorvorbaus. |
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Auf der Zeche Gneisenau ereignete sich am 18.12.1947 eine Schlagwetterexplosion, bei der 2 Lokfahrer und 3 Hauer ums Leben kamen. Ausgelöst wurde das Unglück durch Funkenbildung an einer Fahrdrahtlokomotive. Die Bergbehörde forderte daher die Umstellung des Förderbetriebs im Verbindungsquerschlag 2. Sohle Gneisenau zur 3. Sohle Scharnhorst auf Dieselbetrieb. Im Laufe des Jahres 1950 beschaffte man dafür sechs 30-PS-Diesellokomotiven von Deutz: eine zum 03.01., zwei zum 22.03. (47087 und 47088), zwei zum 24.10. sowie eine zum 13.11.. Die Bauform der Maschinen entsprach bei der Auslieferung der im Bild gezeigten Version mit geraden Motorraumblechen und schmalem Dach. Zur Verbesserung der Sicht bei Vorwärtsfahrt erhielten viele Maschinen später eine verschmälerte Ausführung mit abgeschrägter Front. Die Bezeichnung dieser Loktype orientierte sich damals noch an dem eingebauten Motor: A2M517. |
| Zeichnung des Loktyps aus der Akte Bauartzulassung des Oberbergamts Clausthal vom 02.09.1957, Quelle Bergarchiv Clausthal. Das Bild zeigt die zur Sichtverbesserung überarbeite Variante | |
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25.04.2007: Gneisenau 25 aufgebockt im damaligen Feldbahnmuseum Ostercappeln-Hitzhausen. Die Achsen sind bereits für die Umspurung ausgebaut.
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20.07.2007: Intermezzo am Bergbaumuseum Rammelsberg in Goslar. Da die Gleisanlagen am Schroederstollen noch im Aufbau waren, beschlossen wir, die Lok vorübergehend dem Förderverein Rammelsberger Bergbaumuseum Goslar/Harz e.V. zur Verfügung zu stellen. Nach der Aufarbeitung in der Vereinswerkstatt sollte sie einige Jahre als Zweitlok zusammen mit der Diesellok des Fördervereins für Besucherfahrten über Tage eingesetzt werden. Dazu kam es letztlich nicht, denn nach dem Wechsel der Rammelsberger Museumsleitung begann der technische Leiter des Museums mit dem Aufbau eines neuen Fördervereins unter seiner Ägide. Man betrachtete den alten Verein und später auch die Aktivitäten am Schroederstollen als Konkurrenz. Für den alten Förderverein wurde die Nutzung der Vereinswerkstatt ab 2008 stark eingeschränkt. Die bereits begonnene Aufarbeitung von Kupplung, Getriebe und Bremsanlage mußte gestundet werden. Ebenfalls wurde uns untersagt, die Gleisanlagen am Rammelsberg wegen des zu hohen Gewichts der beiden Loks (7 t und 8 t) zu befahren. Allerdings fährt seit 2024 fährt eine 10 t schwere Dampflok vom Typ Henschel Fabian jährlich zum Welterbetag auf den unverändert gleichen Gleisen und dem technischen Leiter wurde zum 31.12.2025 fristlos gekündigt. Aber das ist eine andere Geschichte. |
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21.04.2010: Die Vereinswerkstatt am Rammelsberg wird auf Anordnung der Museumsleitung aufgelöst. Inzwischen liegen die ersten befahrbaren Gleise auf dem Bahnhof Groß Döhren. Wir holen unsere Lok nach Hause. Neben festgerosteter Bremswelle und Kupplung ist auch der Motor ohne Kompression und der Regler der Einspritzpumpe fest. Werkstatt und Lokschuppen existieren zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Aufarbeitung ist aufwendig und wurde daher zugunsten des Aufbaus Bahnhof Groß Döhren und wichtiger Arbeiten an weiteren Fahrzeugen vorerst gestundet. |
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Unsere Lok steht noch auf der Warteliste für die Aufarbeitung, aber zumindest im Maßstab1:87 rollt sie schon. Die niederländische Firma Artitec hat mit ein wenig Unterstützung von unserer Seite ein Standmodell dieser Lok herausgebracht. Die Auslieferung ist 2019 erfolgt. Passend dazu gibt es unsere 8-Sitzer-Personenwagen von Zeche "Westfalen" und Förderwagen unter anderem nach Rammelsberger Vorbild. (Foto und Modellbau: Holger Dudei). Die Spurweite paßt zur Busch-Feldbahn bzw. zu den Z-Gleisen von Märklin. |
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Eine ähnliche Odyssee hatte die Gneisenau 24 hinter sich, als sie im September 2026 auf unserem Schwerlastwagen abgestellt wurde. Die vom Vorbesitzer begonnene Aufarbeitung mußte nach längerer Pause abgebrochen werden. Man fragte an und wir übernahmen ein Puzzlespiel. Da wir mit Gneisenau 25 alle Unterlagen und ein Muster besitzen, sind wir zuversichtlich, die Maschine wieder zusammensetzen zu können. Schlimmstenfalls wird die 24 als Ersatzteilspender dienen. Und auch, wenn die Zerlegung bereits durchgeführt wurde, sind einige Nacharbeiten nötig, um einen ordentlichen Betriebszustand zu erreichen. Die Lackierung wird dann (wie bei uns üblich) den letzten Betriebszustand wiedergeben: Außen goldgelb, innen blaugrau. |
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Die Radsätze waren im Februar 2024 an die Firma Malowa zur Umspurung übergeben worden und dort ohne Nachricht verblieben. In einer Hauruck-Aktion fuhren wir daher im August 2026 nach Klostermansfeld, stellten uns der Betriebsleitung vor und konnten nach längerem Rundgang über das Gelände dieselben in der Dreherei auffinden. Mit diversen Telefonaten war unser Besitz schnell nachgewiesen. Zwischenzeitlich hatte man tatsächlich die Spurweite auf 600 mm umgepresst, aber bei 200 t Preßdruck die zierlichen Lagerbolzen (50 mm Durchmesser) an den Achsenden verbogen. Wir haben die Rechnung für Arbeit, Reinigung und Pressen bezahlt, die Sätze aufgeladen und dann sehr schnell das Gelände verlassen. Mit Hilfe der Kollegen vom Ottiliaeschacht werden wir über den Winter neue Achsen anfertigen lassen, die Lagerschalen im Getriebe überdrehen und neue Achslager beschaffen (Bei den alten wurden die Innenringe beim Abziehen beschädigt). Die Grundreinigung des Getriebes und der Kupplung ist begonnen, der Motor läuft und wenn alle Faktoren stimmen, hoffen wir die Lok gegen Ende 2027 fahrtüchtig zu haben. |
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Und falls der Beleg fehlt, dass es sich tatsächlich um die Gneisenau 24 handelt: Auf der Rückseite des Fahrersitzes ist die 24 an den Rostnarben einwandfrei zu identifizieren. |