Lok 1:


Ehemalige Lok Gneisenau 25

Hersteller: Klöckner - Humboldt - Deutz AG
Typ: A2M 517 / GZ 30B
Fabrik-Nr.: 47088
Baujahr: 1950, Umbau bei Fa. Rensmann 1982
Leistung: 30 PS
Dienstgewicht: 6,3 t
Geschwindigkeit: 13,7 km/h
Zustand: rollfähig

Indienststellung 1950 auf der 3. Sohle Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, zuletzt eingesetzt für Zentrale Wasserhaltung Schacht Kurl bis 1994. Über Museum für feldspurige Industriebahnen Ostercappeln-Hitzhausen im Jahr 2007 an Arge Schroederstollen, Umspurung von 550 auf 600 mm.

Bei der GZ 30B handelt es sich um eine mittelschwere Diesellokomotive für den Zubringerdienst im Steinkohlenbergbau. Angetrieben wird sie durch einen wassergekühlten 2-Zylinder-Dieselmotor mit hydraulischer Turbokupplung und mechanischem Getriebe mit 4 Gängen. Aufgrund der Sicherheitsvorschriften für den Einsatz unter Tage verfügt sie über eine handbetätigte CO2-Löschanlage, einen herausnehmbaren Pulverlöscher und einen Abgaswäscher. Dem Schlagwetterschutz geschuldet ist der wassergekühlte Auspuffkrümmer und der mit Druckluft betriebene Anlasser. Im Gegensatz zu den älteren Bauserien wurde die Maschine ab den 50er Jahren mit einer abgeschrägten Motorhaube ausgerüstet, was die Sicht bei Vorwärtsfahrt verbessern soll. Die GZ 30B wurde in zahlreichen Exemplaren gebaut und bewährte sich auch im Erz- und Kalibergbau sehr gut. Noch heute stehen viele Exemplare bei Museumsbahnen und Besucherbergwerken im Einsatz.

Zeichnung des Loktyps aus der Akte Bauartzulassung des Oberbergamts Clausthal vom 02.09.1957, Quelle Bergarchiv Clausthal.

25.04.2007: Lok 1 aufgebockt im damaligen Feldbahnmuseum Ostercappeln-Hitzhausen. Die Achsen sind bereits für die Umspurung ausgebaut.

 

20.07.2007: Intermezzo am Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar. Da die Gleisanlagen am Schroederstollen noch im Aufbau waren, beschlossen wir, die Lok vorübergehend dem Förderverein Rammelsberger Bergbaumuseum Goslar/Harz e.V. zur Verfügung zu stellen. Nach der Inbetriebnahme sollte sie einige Jahre als Zweitlok zusammen mit der Ruhrthaler Diesellok des Fördervereins für Besucherfahrten auf dem Gelände über Tage eingesetzt werden. Dazu kam es letztlich nicht, denn nach dem Wechsel der Museumsleitung begann die technische Leitung des Museums mit dem Aufbau eines dem Museumsbetrieb angegliederten neuen Fördervereins. Für den alten Förderverein wurde die Nutzung der Vereinswerkstatt ab 2008 stark eingeschränkt. Die bereits begonnene Aufarbeitung von Kupplung, Getriebe und Bremsanlage mußte gestundet werden.

21.04.2010: Die Vereinswerkstatt am Rammelsberg wird auf Anordnung der Museumsleitung aufgelöst. Inzwischen liegen befahrbare Gleise auf dem Bahnhof Groß Döhren. Wir holen unsere Lok nach Hause. Nur ein Jahr später übernehmen wir die Ruhrthaler G42z des Fördervereins, heute Lok 7 in unserer Sammlung. Der Abschluß der Aufarbeitung (in unserer eigenen Werkstatt) ist für die  kommende Jahre vorgesehen.

2018. Unsere Lok steht noch auf der Warteliste für die Aufarbeitung, aber zumindest im Maßstab1:87 rollt sie schon. Die niederländische Firma Artitec hat mit ein wenig Unterstützung von unserer Seite ein Standmodell dieser Lok herausgebracht. Die Auslieferung soll 2019 erfolgen. Passend dazu gibt es unsere 8-Sitzer-Personenwagen von Zeche "Westfalen" und Förderwagen unter anderem nach Rammelsberger Vorbild. (Foto und Modellbau: Holger Dudei). Die Spurweite paßt zur Busch-Feldbahn bzw. zu den Z-Gleisen von Märklin.