Lok 13:

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Ehemalige Lok Ost 3
Hersteller: Fritz Rensmann
GmbH & Co. |
Indienststellung 31.10.1962 auf Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, Harpener Bergbau AG als Deutz GG90B. Stilllegung Gneisenau 1985, Abbaubetrieb im Feld Kurl an Haus Aden angeschlossen, Weiterbetrieb der Wasserhaltung Gneisenau-Kurl. 1999 Anschluß Wasserhaltung Gneisenau an Zeche Haus Aden. In diesem Zusammenhang 1998 verwaltungsmäßiger Übergang auf Verbundbergwerk Ost (Monopol, Haus Aden, Heinrich Robert). Da Haus Aden ebenfalls die Wasserhaltung der stillliegenden Zeche Monopol durchführt und dafür neue Lokomotiven benötigt werden, beschließt die Zechenverwaltung die Umsetzung von drei GG90B nach Kamen. Problem ist allerdings die auf Monopol übliche Spurweite von 750 mm. Diese drei Loks werden 1999 bei Fa. Rensmann zur RD4 modernisiert und umgespurt auf 750 Spurweite. Der Umbau ist sehr aufwendig. Zuerst wird der Rahmen längs durchschnitten und durch Einschweissen von 100 mm Stahlblech verbreitert. Die Radsätze erhalten neue Achsen und hydraulische Federspeicherbremsen. Die Fahrstände werden in neuer Breite komplett neu angefertigt. Fast die gesamte Steuerung der Lok wird unter Verwendung elektrischer und hydraulischer Ventile neu aufgebaut, Sifa-Anlage inbegriffen. Von der alten Lok blieben nur Rahmenteile, Motor, Wandler und Achsgetriebe. Die äußeren Beschwerungsgewichte am Rahmen ragen seitlich um 50 mm aus dem Profil der Lok heraus. Nach Abschluß des Umbaus folgt der Einsatz als Lok 3 in der zentralen Wasserhaltung Monopol/Haus Aden auf Schacht Grillo. Stilllegung Bergwerk Ost im Jahr 2010. Verfüllung Schacht Grillo und Aufgabe der Wasserhaltung im selben Jahr. Lok 3 wird zerlegt nach über Tage verbracht und unter Plane auf Heinrich Robert abgestellt. Im Rahmen der Abbrucharbeiten auf Heinrich Robert setzt man die Lok nach Prosper Haniel auf die Tagesanlage Franz Haniel um. 2014 kann die ArGe Schroederstollen die Reste übernehmen. |
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Mitte der 1950er Jahre
stellte Deutz die Konstruktion von Hauptstrecken-Diesellokomotiven
vollständig auf das diesel-hydraulischen Antriebskonzept um. So wurde in
der
GG90B (A6M517/H54,
vgl. Lok 25) der gleiche Motor eingebaut wie in unsere
Lok 8, allerdings als
Getriebe ein ölgefüllten Deutz-Wandler und zur Kraftübertragung auf die
Achsen statt Kuppelstangen Gelenkwellen. Während sich so Bedienung und
Steuerung deutlich vereinfachten, wurde auch die Streckensicht aus den
nun doppelt vorhandenen Endführerständen enorm verbessert. Gneisenau
beschaffte 1962/63 gleich 11 dieser Lokomotiven, wahrscheinlich für den
1963 erfolgten fördertechnischen Verbund mit Victoria. Ab Ende der 80er Jahre paßte die Ruhrkohle AG nach und nach ihre Grubenlokomotiven durch Umbau an die neuen technischen Normen im Steinkohlenbergbau an. Zusammen mit der Fa. Rensmann, welche seit 1970 den Grubenlokbau von Deutz/Henschel übernommen hatte, begann ein großangelegtes Umbauprogramm der GG90B zur Baureihe RD4. |
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Von den insgesamt 3 in der zentralen Wasserhaltung auf Monopol/Haus Aden eingesetzten RD4 gelangte diese hier durch die freundliche Unterstützung des RAG-Vorstands zu uns. Lok 2 steht heute mit abgebauten Gewichten und Puffern in Essen neben der Kokerei Zollverein. Der Verbleib von Lok 1 ist ungeklärt. Die Loks vom Bergwerk Ost ähneln den auf Walsum eingesetzten RD4 mit ebenfalls 750 mm Spurweite. Die Walsum-Loks unterscheiden sich allerdings durch die um 180° gedrehten Puffer mit oben liegender langer Kuppelöse (siehe z.B. Museum Schacht 4 Auguste Victoria in Marl). |
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Am 13.02.2013 konnten wir Lok 13 erstmals abgestellt auf der Schachtanlage Heinrich-Robert besichtigen. Die von der Fa. Mining-Solutions als betriebsfähig mit 600 mm Spurweite zum Kauf angebotene Lok entpuppte sich als Großbaustelle. Nicht nur fehlten Bremsanlage, Anlasser und Hydraulikkomponenten, auch die Abdeckplane hatte sich aufgelöst und literweise Wasser über die Zylinderköpfe in den Motor sickern lassen. Die Puffer lagen auf dem Fahrersitz und dieser war dementsprechend beschädigt. Die hintere Kabine lag abmontiert vor der Maschine, sämtliche Leitungen abgeschnitten. Die Antriebsanlage überzogen von einer Kruste aus Öl und Kohlenstaub. Insgesamt aber registrierten wir einen Zustand, der die betriebsfähige Aufarbeitung möglich erscheinen ließ. Mining Solutions ließ sich aber nicht auf Verhandlungen ein und bestand weiterhin auf dem vollen Kaufpreis. |
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Wir warteten und schrieben Briefe an den Vorstand der RAG. Und tatsächlich erhielten wir eine Übernahmeangebot. Eine zweite Besichtigung erfolgte am 12.02.2014 auf Franz Haniel. Bei der Umsetzung hatte man die Planenreste entfernt und die Lok nun völlig dem Wetter ausgesetzt. Im März holten wir die Lok dann per Tieflader in ihr neues Zuhause nach Liebenburg. |
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Mit unseren damals recht beschränkten Möglichkeiten begannen wir zunächst mit der Montage der abgebauten Teile und der Konservierung des Motors. Nach einer Grobreinigung und erster Durchsicht bestätigte sich meine Einschätzung. Fast alle Hydraulikschläuche müssen erneuert werden. Teilweise wurden Hydraulikrohre durch Schläuche ersetzt, einzelne Ventile wurden offenbar entnommen. Die elektrische Anlage ist durchtrennt und korrodiert, die Kabel verhärtet. Der Motor Deutz A6M517 ist fest. Diverse Ersatzteile aus unserem Fundus passen zu dieser Lok, der Rest sind beschaffbare Normteile. Nur einzelne Teile eines fehlenden Federspeicherbremszylinders konnten bisher nicht aufgetrieben werden, hier ist ggf. ein Nachbau des Hydraulikzylinders durch eine Fachfirma denkbar. Leider mußten wir die Aufarbeitung pausieren, da der Aufbau unserer Gleisanlage unsere vollen Kapazitäten forderte. |
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Die Lok kam zum Ausachsen auf Hebeböcke. Die Achsgetriebe wurden überarbeitet. Die Achsen wurden auf 600 mm umgespurt und sollen im Laufe des Jahres 2026 eingebaut werden. Vorher werden sämtliche unter dem Rahmen eingebauten korrodierten Hydraulikrohre erneuert; bei der Gelegenheit auch sämtliche Schläuche ersetzt. Neu angefertigt wurden die Aufhängungen für die Hängeisen der Bremsanlage, da die Bremsbacken natürlich der Umspurung folgend 75 mm weiter nach innen verlegt werden müssen. Um die Lok wieder dem Aussehen einer 600 mm-spurigen RD4 anzugleichen, haben wir die seitlichen Beschwerungsgewichte entfernt und eingelagert. Angestrebt wird derzeit, die Lok rollfähig zu machen. Die Sanierung der Hydraulik und der Elektrik wird später noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Motor ist eine weitere Baustelle. |