Lok 18:


Ehemalige Lok Hugo 38

Hersteller: Ruhrthaler Maschinenfabrik
Typ: G 42z mit Stufenbug
Fabrik-Nr.: 3098
Baujahr: 1953
Leistung: 42 PS
Motor: Mercedes-Benz MB 202B
Dienstgewicht: 8,0 t
Zustand: nicht betriebsfähig, in Aufarbeitung

Indienststellung auf Zeche Hugo (Gelsenkirchen) am 27.11.1953, Einsatz unter Tage bis 1973, 1974 Verkauf an Kalibergwerk Siegfried-Giesen (Hildesheim), Abstellung auf der 750 m-Sohle. 01.04.1991 Übernahme durch Privat, Konservierung mit Fluid-Film und Einlagerung in Bad Salzdetfurth. 02.06.2017 an Arge Schroederstollen. Teildemontage, Reinigung und gründliche Entsalzung.

Diese Lokomotive ist prinzipiell baugleich mit unserer Lok 7. Da es sich aber um eine jüngere Bauform handelt, hat der Hersteller das Sichtfeld des Lokfahrers nach vorne verbessert. Nicht nur wurde der Motoraufbau schmaler ausgeführt, sondern auch die Motorhaube stirnseitig abgeschrägt. Diese Bauform wurde unter dem Namen"Ruhrthaler Vollsichtlok" vermarket. Deutlich weiter und unter dem gleichen Namen verbreitet war allerdings die Variante mit Mittelführerstand, die eine deutlich bessere Sicht auch bei Rückwärtsfahrt bietet..

In Dienst gestellt wurde unsere Ruhrthaler Nr. 3098 auf dem Steinkohlenbergwerk Hugo in Gelsenkirchen Buer, wo sie bis August 1973 im aktiven Dienst stand. Wie Lok Nr. 7 erhielt auch Sie die typischen Einbauten zum Schlagwetterschutz. Das Foto aus dem Jahr 1955 zeigt die baugleiche Schwesterlok Nr. 39 auf Hugo unter Tage.1974 wurde die Lok zusammen mit unserer Lok 7 an das Kalibergwerk Siegfried-Giesen bei Hildesheim verkauft. Auch ihr Einsatzgebiet sollte auf der 750 m-Sohle liegen. Dazu kam es aber nicht, vermutlich weil die Maschine für den Einsatz im Kalibergbau zu klein dimensioniert war. Lediglich der Schwungradanlasser wurde gegen einen elektrischen Anlasser getauscht, wobei allerdings der Umbau der elektrischen Anlage auf Batterie, Glühkerzen und 12 V/24 V-Relais unterblieb. Da auch die Schmiergefässe der Radlager und der Rahmen noch ausgeprägte Schichten von Kohlenstaub aufweisen, ist ein Einsatz im Förderbetrieb auf Siegfried-Giesen unwahrscheinlich.

Auf bisher ungeklärten Wegen gelangte die Maschine in den Schuppen eines Bergmanns nach Bad Salzdetfurth, wo sie gut konserviert und sehr trocken die Jahre verbrachte. Durch Vermittlung eines engagierten Steigers konnten wir die Lokomotive schließlich am 02.06.2017 übernehmen und auf dem Bahnhof Groß Döhren aufgleisen.

 

Zunächst wurden die Verkleidung, der Fahrersitz sowie die Tanks demontiert und eine gründliche Entsalzung durchgeführt. Die Lok ist weitgehend vollständig und weist nur geringe Korrosionsschäden auf. Mechanik und Motor sind beweglich, allerdings ist die Zentralschmierung verstopft, die Achslager völlig verdreckt und trocken. Im Laufe des Jahres 2020 wollen wir Motor und Getriebe aufarbeiten und die Lok ausachsen. Der offensichtlich schlechte Zustand der Achslager bereitet uns Sorgen.