Mai 2026: Über den April führten wir selbstverständlich die Gleisbauarbeiten weiter. Im Stollen liegen gegenwärtig 258 m Gleis.

Probleme bereiten die Regenfälle von Mitte des Monats. Wir sind ja ziemlich nahe dran am Grundwasser, und so wurde der Gleisbau in den letzten Tagen zu einer regelrechten Schlammschlacht. Zur Entschädigung bilden sich im Stollen wenigstens schöne Tropfsteine.

Mit dem Einzug des Frühlings begannen wir unseren Frühjahrsputz (Grünpflege inklusive). Hier werden vier Ibbenbürener Unterwagen ausgemistet.

 

Die Arbeiten zur Vorbereitung des Einachsens unserer RD4 (Lok 13) gehen bei gutem Wetter weiter und nehmen viel Zeit in Anspruch. Derzeit werden alle schlecht erreichbaren Hydraulikrohre und -schläuche im Rahmen erneuert. Die Maschine steht zwar noch nicht zur betriebsfähigen Aufarbeitung an, aber wenn Achsgetriebe und Federpakete wieder eingebaut sind, ist der Zugang zur Hydraulik nur sehr eingeschränkt möglich. Und die Maschine muß von den Hebeböcken runter, weil wir im Laufe des Jahres die beiden Enden von Gleis 4 verbinden wollen. Ja, so ist das mit Theorie und Praxis beim Betrieb einer Museumbahn. So mancher Fan und Fachmann würde jetzt kritisieren, warum wir eine Schrottlok bearbeiten, statt sein ... (setze: Lieblingsprojekt) vorrangig zu bearbeiten.

 Vor 100 Jahren

15.03.1926: Landwirt Alpers aus Klein-Döhren, Grundeigentümer des nördlich des Bahnhofs gelegenen Feldes, fragt beim Oberbergamt Clausthal an, wann die Erzbahn abgenommen wird und er seine ihm zustehende Kaution ausgezahlt erhält. Er bemerkt dazu, daß die Bahn bereits seit 3 Monaten läuft, die Überführungen (gemeint sind Bahnübergänge) aber noch nicht fertig gestellt sind. Auch hat der vereidigte Markscheider die Ausführung der Bahn gemäß den Enteignungsunterlagen bestätigt - dies stimme aber nicht. Er habe einen Plan „ergattert“. Man habe den Weg an seiner Parzelle verändert, auf der nun Weichen liegen würden. Diese gehörten aber auf die Pfarrländereien. Außerdem hänge der Fahrdraht nur drei Meter hoch und gefährde Menschenleben. Alpers hat beim Amtsgericht Liebenburg eine Mahnung gegen die Ilseder Hütte erwirkt (28.08.1925) und erwartet einen Amtstermin mit dem Staatsanwalt, droht diesen Sachverhalt in eine Klage umzuwandeln, wenn die Mängel bis dahin nicht abgestellt sind.
Der Beamte des OBAs vermerkt dazu, daß die Bahn am 24.11.1925 von allen beteiligten Behörden abgenommen wurde und seitdem auch in Betrieb ist. Nach Einsicht in die Werksakten in Groß Bülten wurde festgestellt, daß die Kaution bereits im August beim Amtsgericht Liebenburg hinterlegt worden ist.

18.03.1926: Es erfolgt die Genehmigung einer Änderung der elektrischen Lokförderung auf der 60 m-Sohle und im Stollen Dörnten – Döhren dahingehend, daß nun ein gemischter Betrieb von Akkuloks und Fahrleitungsloks bei eingeschalteter Fahrleitung unter „gewissen Bedingungen“ erlaubt ist (Dächer auf den Loks, geschützte Einsteigestellen).
Weiter wird die Betriebsordnung dahingehend abgeändert, daß das Einschalten der farbigen Signallampen am Stollenmundloch sowie der östlichen Spitze des Gleisdreiecks 60-m-Sohle weiterhin durch die Lok zu erfolgen hat, die Fahrleitung im Stollen aber dauerhaft unter Spannung bleibt. Die Zuggeschwindigkeit im Gleisdreieck wird auf max. 1 m/s begrenzt. Begleitmannschaften der Akkuloks, welche max. 3 Personen sein dürfen, haben auf dem überdachten Bremswagen Platz zu nehmen. Die Anlage wird mit 110 V Wechselstrom betrieben. Im zugehörigen Schriftwechsel wird am 9. März 1926 der Stollen Dörnten – Döhren erstmals als „Schroederstollen“ bezeichnet.

19.03.1926: Im Oberbergamt Clausthal und dem Bergamt Braunschweig brütet man seit November über der Prüfung der Dienstanweisung für die Erzbahn Calbecht – Groß Döhren. Da nun auch noch die Eisenbahnbehörde einbezogen wurde, geht man von einer Drucklegung der genehmigten Anweisung nicht vor Juli aus.