Wir Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Schroederstollen haben uns zum Ziel gesetzt, ein Relikt der Salzgitterschen Bergbaugeschichte wieder herzustellen und Teile davon in möglichst unverfälschter Form zugänglich zu machen. Für die dabei geleistete ehrenamtliche Arbeit bringen wir einen wesentlichen Teil unserer privaten Freizeit ein. Gemeinsam Altes erhalten und bergmännische Kultur und Geschichte zu erleben sind unsere Motive.

Wir können auch 1:87. Unsere Mannschaft 2014, detailreich modelliert von Holger Dudei

Die Geschichte der Arbeitsgemeinschaft Schroederstollen beginnt im Jahr 2005, als erste Überlegungen zur Öffnung des verschütteten Stollenportals bei Groß-Döhren angestellt wurden. Eine Arbeitsgemeinschaft nennen wir uns, da neben dem Förderverein Schroederstollen als verantwortlichem Organisator der Projekte auch andere Vereine oder Personen uns unterstützen, beispielsweise der Arbeitskreis Döhrener Bergbau und Geschichte, der Ring Deutscher Bergingenieure sowie Mitarbeiter des Vereins ProDampf e.V. Osterode. Seit 2006 arbeiten wir regelmäßig samstags ab 10:00 Uhr auf dem Gelände am Stollen und im Stollen. Erste Erfolge können wir inzwischen vermelden. Neben der vollständigen Freilegung des aus den zwanziger Jahren stammenden Stollenportals konnten wir auch die Stollenentwässerung dauerhaft sanieren, das Gleis zwischen Stollen und altem Übergabebahnhof wieder aufbauen und eine Sammlung von Grubenbahnfahrzeugen zusammentragen. Zurzeit arbeiten wir am Wiederaufbau der Bahnanlagen auf dem Bahnhof und an der Sanierung des Stollenausbaus auf den ersten 100 Stollenmetern.

Den Schroederstollen ist Kernobjekt unserer Aktivitäten, weil diese Anlage nicht nur aufgrund ihrer Lage einen hervorragenden Aufschluß der regionalen Geologie des Salzgitterschen Höhenzuges bietet. Tatsächlich sind wir auch der einzige Stollen, der den historischen Salzgitter-Eisenerzbergbau vor Ort erlebbar machen kann. In Salzgitter gibt es kein Besucherbergwerk zum Thema; wird es auch in den ehemaligen Schachtanlagen niemals geben. Dabei werden die Zeugen des Bergbaus seit der Stillegung des letzten Bergwerks Haverlahwiese am 30.06.1982 immer weniger. Wer weiß heute noch, dass um Salzgitter neben Elsass-Lothringen und Nordschweden eine der größten Eisenerzlagerstätten Westeuropas liegt?

Neben dem Salzgitterschen Bergbau beschäftigen wir uns ebenfalls intensiv mit der Geschichte und Entwicklung von Grubenbahnen. Hier hat der Schroederstollen als ehemaliger Hauptförderstollen des Reviers und Ausgangspunkt einer 14 km langen schmalpurigen Erzbahn eine eigene Geschichte, die wir durch unsere Sammlung alter Grubenbahnfahrzeuge ergänzen. Fahrzeuge aus vielen stillgelegten Steinkohlen- und Kalizechen haben bei uns inzwischen eine Zukunft jenseits von Rost und Schrott gefunden und gerne nehmen wir auch Neuzugänge auf, sofern Sie Bezug zum Bergbau haben. Überhaupt legt unser Konzept großen Wert auf eine möglichst originalgetreue Erhaltung und Vermittlung historischer Bezüge. Sie möchten mit Sandalen auf gesplitteten Wegen in hell erleuchtete Stollen einfahren? Tut uns leid - bei uns bekommen Sie eine Kopflampe, bringen bitte festes Schuhwerk mit und Sie erleben das Bergwerk so, wie es wirklich war - eben dunkel, stellenweise schlammig und anstrengend.

Unsere Aktivitäten unterstützen können Sie auf dreierlei Art:

Inzwischen sind unsere Arbeiten soweit gediehen, dass Sie uns auch auf unserem Gelände besuchen können. Ein regulärer Besucherbetrieb im Stollen ist noch nicht erlaubt, aber ein Blick ins Mundloch läßt sich organisieren. Interessant ist es auch, dem Wiederaufbau der Gleisanlagen auf dem Bahnhof Groß-Döhren zuzuschauen oder etwas über die Geschichte unseres Geländes oder der Fahrzeugsammlung zu erfahren. Wichtig wäre nur, dass Sie vor  einem Besuch über unsere Adresse webmaster@schroederstollen.de einen Termin vereinbaren, da wir beispielsweise bei Arbeiten im Stollen von außen nicht erreichbar sind. Eintritt erheben wir nicht, doch unsere Spendenbüchse hat immer Hunger.

Die Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft