Lok 3:


Hersteller: Schöma
Typ: CDL 14
Fabrik-Nr.: 2665
Baujahr: 1963
Leistung: 20 PS
Dienstgewicht 2,8 t
Zustand: Betriebsfähig.

Indienststellung bei Hamburger Wasserwerke GmbH, Wasserwerk Kaltehofe (Lackierung ursprünglich grün/schwarz), um 1996 als Denkmallok an Baufirma Fritz Hack (siehe Kühlerlogo), dazu Neulackierung in Firmenfarben, 2008 via Zwischenhändler Fa. Mietfix Hamburg-Wandsbeck an Arge Schroederstollen.

Die CDL 14 ist eigentlich alles andere als eine typische Bergbaulokomotive. Diese Type wurde in zahlreichen Exemplaren in Steinbrüchen, Ton- und Sandgruben sowie in der Torfgewinnung eingesetzt. Auf den Platzbetrieben großer Bergwerke erledigten ähnliche Lokomotiven die Rangierarbeit der Materialtransportwagen. Waren sie doch deutlich kostengünstiger als Akkuloks, Fahrdrahtanlagen hätte beim Beladen der Wagen gestört und - nonplusultra - sie boten dem Lokfahrer einen Schutz vor Wind und Wetter. Ihre weite Verbreitung verdankt sie dem robusten luftgekühlten Zweizylinder-Dieselmotor und einer bewährten Bauweise. In unserer Sammlung steht die CDL 14 stellvertretend für die zahlreichen Tagebaubetriebe unserer Region, die Ton, Sand und Kreide gewannen. Daneben ist sie unser Arbeitstier für alle Transportaufgaben über Tage, insbesondere bei schlechtem Wetter.

Die Aufgabe, für die Nr. 2665 beschafft wurde, lag im Transport von mit Sand beladenen Loren im Bereich der Filterbecken des ehemaligen Wasserwerks Hamburg-Kaltehofe. Mit der 1893 in Betrieb genommen Reinigungsanlage wurde aus Elb- und Grundwasser Trinkwasser für die Hansestadt Hamburg erzeugt. Zur Reinigung des Wassers dienten mehrere mit Sand gefüllte Becken, in denen Mikroorganismen das langsam durchsickernde Wasser von organischen Stoffen und Krankheitserregern befreiten. (Bilder: Ulrich Völz)

Regelmäßig nach einer bestimmten Betriebszeit mußte auf einem Filterbecken die obere Sandschicht abgetragen werden. Nach mehrmaligem Abtragen wurde der Filter mit frischem Sand wieder auf das alte Niveau gefüllt. Für den Sandtransport im Gelände der Elbinsel Kaltehofe bestand eine Feldbahn mit 600 mm Spurweite, 4 Lokomotiven und zahlreichen Loren. Damit waren die Lokomotiven praktisch einmal im Jahr im längeren Einsatz und sonst im Schuppen auf Kaltehofe abgestellt.

Wer sich für den Bahnbetrieb auf Kaltehofe interessiert, dem seien folgende Publikationen empfohlen:

Andreas Christopher: Die Feldbahn, Band 1, Verlag Zeunert.

Dirk Oetzmann: Die Hamburger Schmalspurbahnen, Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V.
 

 

 

Wie man sieht, war die Lok in ihrer Hamburger Zeit grün lackiert. Die Motorraumtüren waren zeitweise abmontiert. Die Beleuchtungsanlage wurde vermutlich Mitte der 80er Jahre mit weiteren Scheinwerfern ergänzt. Der Betrieb im Wasserwerk Kaltehofe endete schließlich im Februar 1990. Die Spur unserer Lok verliert sich, bis sie im Mai 2008 bei ebay frisch lackiert und betriebsfähig angeboten wurde.

Angesichts dieses Angebots war unser erster Gedanke, dass diese Maschine aufgrund ihrer Abmessungen problemlos im Stollen eingesetzt werden könnte und mit ihren vier Scheinwerfern dafür bereits gut ausgerüstet ist. Berücksichtigt man Brandlast und Bewetterung, ergab sich hier die Chance, kurzfristig eine einsatzfähige Feldbahnlok für leichtes Baugleis beschaffen zu können. Der Preis lag dementsprechend etwas über dem Durchschnitt. Andererseits standen wir damals noch werkstattlos im Urwald vor der Halde und seitdem läuft die Lok, abgesehen von einer gebrochenen Achsfeder, ohne Ausfall. "Fährst Du einen Deutz-Motor, der bringt Dich bis vor´s Himmelstor."

30.05.2008: Fast auf den Tag 40 Jahre nach dem letzten Erzzug steht erstmals wieder eine Lokomotive auf dem Bahnhof Groß Döhren. An dieser Stelle liegt heute die Bahnhofseinfahrt mit Weiche 13, im Hintergrund das ehemalige Betriebsstofflager (Bild: Holger Dudei)

Seitdem steht unsere Lok im ständigen Einsatz, natürlich mit den üblichen Wartungsarbeiten. Im Bild fast an der gleichen Stelle bei Bauarbeiten für Gleis 3 im Juli 2014.