
Oktober 2026: Der vergangene Monat war geprägt vom Verlegen des Umfahrgleises im Bahnhof Schnneberg. Es wird benötigt, um bei der Ausfahrt der Züge die Lok auf die andere Zugseite umsetzen zu können. Eine altbewährte Anweisung in den untertägigen Bergbaubetrieben war, dass Personenzüge aus Sicherheitsgründen immer gezogen werden müssen. Und so werden auch wir es halten.

Die Arbeit ging gut voran und so konnten wir zum Monatsende das letzte Gleisjoch biegen und einbauen. Nun fehlt noch Schotter. Gut zu sehen ist im Bild die Verrohrung der Rösche mit KG-Rohr DN315. Auch dieser Bereich soll in den nächsten Wochen durch das Auffüllen von Schotter stabilisiert werden.

Unsere Fahrzeugsammlung ergänzten wir mit einer Deutz A2M517 in der ursprünglichen Bauform mit trapezförmigen Motorraumblechen. Die Maschine wurde nach Zerlegung und nicht abgeschlossener Aufarbeitung vom Vorbesitzer an uns abgegeben. Eine Verwendung als Ersatzteilspender oder die betriebsfähige Aufarbeitung ist angedacht. Tatsächlich sind nach unserer Kontrolle alle betriebswichtigen Teile vorhanden, es fehlen lediglich Wassertank, Sandkästen, Spannungsregler und Glocke. Ein Wermutstropfen dabei sind die beim Umspuren verbogenen Achsen und beim Abziehen beschädigte Achslager. Wir verfolgen bereits einen Lösungsansatz und hoffen, die Lok im nächsten Frühjahr einachsen zu können.
Vor 100 Jahren
02.10.1926: Die Braunschweigische Baudirektion sendet den geprüften, ergänzten und berichtigten Entwurf der Dienstanweisung an das Eisenbahnbetriebsamt 2 der DRG in Magdeburg zur weiteren Prüfung. Sollte keine Bedenken mehr gegen den Entwurf bestehen, solle dieser an den Bergrevierbeamten in Goslar weitergeleitet werden. Bei Bedenken wird um fernmündliche Rücksprache gebeten.
16.10.1926: Beim Bergamt des Freistaates Braunschweig geht die Dienstanweisung zur Prüfung ein. Zum 21.10. dann mit Genehmigungsvermerk weiter nach Goslar. Geändert wurde lediglich eine Überschrift bei § 51, Ziffer 9.
Betrachten wir uns den seit Mai bei unseren Monatsbildern hier wiedergegebenen Schriftwechsel erkennt man, dass Bürokratie keine Erfindung unseres Jahrhunderts ist. Tatsächlich sind wir aber wieder dort angekommen, wo wir vor 100 Jahren schon einmal waren.