Mai 2018: Am 2. April 1968 verließ der letzte beladene Erzzug der Grube Georg-Friedrich den Schroederstollen. Ein Bergwerk, das in Spitzenzeiten mit 130 Beschäftigten bis zu 2.100 t Erz am Tag produzierte stellt den Betrieb ein. Als letzte Betriebspunkte liefen auf der 180 m-Sohle die Abbaublöcke XVI und XVII im Blockbruchbau. Die Gesamtproduktion unserer Grube zwischen 1877 und dem Schließungsdatum beträgt 15,15 Mio. t. Im Berg verbleiben 7 Mio. t im Westflügel zwischen der 120 und der 180 m-Sohle, zusätzlich im Ostflügel 6,4 Mio. t zwischen Schroederstollen und Tagesoberfläche. Außerdem die nicht erschlossenen Reserven zwischen der 180 m-Sohle und dem 240 m-Niveau und nicht abgebaute Restmengen im Niveau der 30 m-Sohle. Von den nach der Schließung noch verbliebenen 26 Bergleuten wechseln viele zum Erzbergwerk Rammelsberg.

Exakt 50 Jahre später fährt unsere Schöma einen Abraumzug aus dem Stollen auf die Halde. Das Foto ist von uns an exakt der gleichen Stelle aufgenommen worden, gut zu erkennen an den noch existierenden alten Mastfundamenten. Einen Grund zum Feiern gibt das 50-jährige Schliessungsjubiläum aber immer noch nicht. Wir können allerdings 12 Jahre nach dem ersten Arbeitseinsatz am 28.03.2006 den Abschluß grundlegender Arbeiten zur Vorbereitung des regulären Besucherbetriebs vermelden. So wurde von uns die Drainage des Stollen vollständig instand und wieder in Funktion gesetzt. Die Sanierungsarbeiten der ersten 180 Stollenmeter, welche das Abfahren brusthoch liegenden Nachfalls und das Verziehen des alten Stahlausbaus beinhalten, werden in diesem Jahr abgeschlossen. Der Gleisbau im Bereich des alten Bahnhofs Groß Döhren steht ebenfalls kurz vor der Fertigstellung. Gleiches gilt für die Restaurierung unserer Lok 7, die damit unsere erste in kompletter Eigenregie durchrestaurierte Lokomotive ist. Genügend Gründe zum Feiern.

Einschränkend müssen wir allerdings schreiben, daß uns das miserable Wetter der letzten Monate und auch der Ausfall einzelner Mitarbeiter einen Strich durch die Planung gemacht haben. Wir wollten zum Stollenfest fertig sein, können aber frühestens im Laufe der folgenden Monate die Projekte und einige kleinere Arbeiten abschliessen. Und so werden wir zwar am 2. Juni gemeinsam feiern, über das Gelände führen und auch ab Juli  regelmäßig Führungen für Einzelgäste anbieten. Nach untertage geht es dann, sobald die Sicherungsarbeiten dort abgeschlossen und die Gleise in Schotter gelegt sind. Anders geht es nicht, denn es ist leider eine Tatsache, daß immer wieder Besucher mit Sandalen oder T-Shirt nach einer spontanen Befahrung unseres Stollens fragen. Und nach dem Betreten der ersten Pfütze umkehren.

Für uns heißt das, in den letzten Wochen vor dem Fest noch einmal "alles" zu geben, um das 3. Stollenfest zu einem gelungenen Ereignis werden zu lassen. Helfende Hände nehmen wir gerne in unsere Reihen auf. Samstags ab 10:00 Uhr können Sie gerne einmal hereinschnuppern.