März 2023: Inzwischen ist der Mauerrest vom Januar beseitigt. Leider haben die Baumeister von 1970 einen U-Profilstahl als Fundamentierung eingesetzt, was den Wasserabfluß nicht behindert, uns dafür aber einiges an Arbeit bescherte. Weiter hinten im Bild erkennt man die betonierten Seitenwände der Rösche, an deren Ende sich eine 300er Betonrohrleitung anschließt. Nach längeren Stemmarbeiten fließt das Wasser nun wieder durch diese Rohrleitung ab in Richtung Mundloch. Nun steht noch an, Schlamm und Schutt weiter aus der Rösche zu räumen und eine kostengünstige und stabile Variante für den Wegebau über dem Kanal zu finden (Gitterroste wären schön, sind aber auf diese Länge zu aufwändig).

Und so sah es hier noch im November 2022 aus. Betreten des Bereichs hinter dem Bruch nur möglich mit hohen Gummistiefeln und keinen Fehltritt in die Rösche machen. Und unter der Staumauer war die Rohrleitung mit 3 kleinen Dämmen aus Ziegelmauerwerk verschlossen. Warum man so gründlich war, läßt sich heute nicht mehr nachvollziehen.

 

Vor 100 Jahren

Die Ilseder Hütte reicht einen Entwurf für den Bau einer Transportbahn für die Erze aus dem Osthang des Salzgitterschen Höhenzuges (Groß Döhren) ein. Die Bahn soll in einer Spurweite von 780 mm ausgeführt und am Tagebau Hannoversche Treue in Gleis 3 des Bahnhofs Calbecht eingeführt werden, die Züge von HT in Gleis 1. Der Bahnhof erhält dafür eine Sicherungsanlage mit Verschlußregister. Für die Lokbehandlung entstehen bei km 0,9 ein Lokschuppen, Kohlebansen, Wasserkran und Löschegrube.

Die Fa. Anton Raky Tiefbohrungen in Bad oponiert gegen die vorgeschlagene Trassenführung der Bahn. Das von der IH reklamierte Gelände wird als Lagerplatz benötigt. Ebenfalls fordert die Forstgenossenschaft Lewe eine Änderung der Trassenführung. Selbige schlägt eine pachtweise Abtretung des gewünschten Geländes vor, wünscht aber eine Auszahlung der Pacht in Sachwerten anstelle der damals üblichen Goldmark. Das Ruhrgebiet war seit Januar von belgischen und französischen Truppen besetzt. Die Bevölkerung leistete passiven Widerstand und verweigerte die Arbeit. Deren Arbeitslöhne wurden vom deutschen Reich übernommen, wofür die Regierung vermehrt Geld drucken ließ. Damit verbunden war ein massiver Anstieg der Inflation - die Goldmark verlor an Wert. Das Jahr 1923 versprach turbulent zu werden.