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Ehemalige Lok
Ramsbeck 3 Hersteller:
AEG/Bartz
Typ: EL9/GA04
Fabrik-Nr.: 7761/1508
Baujahr: 1959
Leistung: 9 kW
Akkuspannung: 72 V
Dienstgewicht 4,0 t
Zustand: Rollfähig, Umspurung vorgesehen |
Indienststellung 07.08.1959 bei
Stolberger Zink AG für Blei- und Zinkerzbergwerk Ramsbeck, nach
Stilllegung der Produktion 1974 Übernahme durch
Besucherbergwerk Ramsbeck, Einsatz im Besucherverkehr (07.1996 vorhanden). Übergang an Feldbunn Dol in
Luxemburg (29.07.2006 vorhanden), weiter an Münsterländisches Feldbahnmuseum. 08.2026
Abgabe an ArGe Schroederstollen.
Die Typenlinie dieser Lok beginnt im 2.
Weltkrieg im Rahmen der Standardisierung zur Materialeinsparung
und Wartungsvereinfachung als KEL9 (Kriegselektrolok Typ 9).
Basierend auf dieser Konstruktion entwickelten die großen
Lokfabriken eigene Maschinen, welche mehr oder weniger für den
Einsatzzweck modifiziert wurden. Bei unserer Lok 32 lieferte AEG
den elektrischen Teil, während Bartz den Rahmen samt Mechanik
baute. Mit ihren zwei Tatzlagermotoren und dem
Nockenfahrschalter bewies sich die EL9 als robuste und zugstarke
Abbaulokomotive. Sie waren in ungezählten Bergwerken im Einsatz.
So beschaffte das Erzbergwerk Rammelsberg 1944 zwei dieser
Maschinen, gab sie aber 1954 und 1955 an das Erzbergwerk Grund
ab. Hier konzentrierte man die AEG-Maschinen, während der
Rammelsberg die Siemens-Schuckert Baureihe in der kurzen Bauform
unterhielt.
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Prinzipiell sind sich die SSW- und AEG-EL9
mit fest angebautem Fahrstand ziemlich ähnlich. Von verschiedenen
Ausführungen sind natürlich die Fahrschalter, denn verständlicherweise
hat AEG keine Siemens-Geräte verbaut. Integriert in die SSW-Fahrschalter
ist oft ein Schalter für die Ansteuerung der Beleuchtungsanlage. Im
Gegenzug haben die AEGs dafür einen separat im Fahrstand eingebauten
Lichtschalter und Widerstandskästen. Ebenso unterscheiden sich beide
Hersteller in der Bremsanlage. Während SSW üblicherweise das
Bremsgestänge mit Handrad und Schneckenwelle ansteuert, verbaut Bartz
bei den AEG-Typen eine Hebelmechanik, welche über Kette, Rolle,
Arretierung und Handrad bedient wird.
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Die Ramsbecker EL9 erhielt recht
ungewöhnliche Halter für die Scheinwerfer, welche mit minimalen Spiel zu
den angekuppelten Wagen oberhalb der Puffer in die Höhe ragen. Die
Finger sollte man dort raushalten; Bonus ist die bessere Ausleuchtung
des Gleisbereichs vor der Lok. Unter den Scheinwerfern ist je eine
dreipolige Steckdose installiert, die vermutlich der Beleuchtung der
Besucherzüge in Ramsbeck diente. Vorhanden sind auch Ösen zur Aufnahme
von Blaulichtleuchten, dem Symbol für Personentransport im Bergbau. Und
oberhalb des Fahrstandes ist der Halter für die Signalglocke montiert.
Kleine Akkuloks haben in der Regel keine elektrischen Hupen sondern eine
einfache mechanische Glocke eingebaut.
Der schlagwettergeschützte
Varta-Batterietrog Nr. 28 stammt von Zeche Auguste-Victoria und wurde
bei der Feldbunn Dol mit der Lok kombiniert. Leider fehlt der Lok die
komplette elektrische Anlage.
Wir werden uns voraussichtlich ab
Herbst mit der Maschine beschäftigen, die Umspurung vorbereiten und die
fehlenden Teile aus unserem Fundus ergänzen. Bis dahin darf das gute Stück ein entspannendes
Bad in WD40 nehmen.
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