Eisenerzbergwerk Georg-Friedrich (ab 1950 Bergwerk Dörnten) zwischen Dörnten und Groß-Döhren

Tagesschächte: Glockenbergschacht (60 m) und Tagesschacht (215 m)
Tagebaue: Fastberg, Barley, Glockenberg, Eisenkuhle I und Eisenkuhle II
Stollen: Nordstollen, Eisenkuhlenstollen, Sühlbachstollen und Schroederstollen
Tiefbausohlen: 32 m, 60 m, 120 m und 180 m
Gesamtproduktion: 14 Mio. t Eisenerz
Noch vorhandene Erze: 15 Mio. t
Abbauverfahren: Scheibenbruchbau, Weitungsbruchbau, Blockbruchbau

Schroederstollen

Aufgefahren von 1923 bis 1925 im Gegenortbetrieb
Länge Mundloch - Hauptschacht: 2206 m
Teufe am Hauptschacht: 60 m
Querschnitt: 3,3 m x 2,5 m
Wasserableitung zu Betriebszeiten witterungsabhängig zwischen 5000 bis 50000 m³ pro Monat
Flügelörter: Ohleistrecke, Eisenkuhle und Fastberg/Barley

Geschichtliches:

1683: Erste Erwähnung des Abbaus von Eisenerz in der Eisenkuhle unter den Fischerköpfen durch den Hildesheimer Bischof Edmund Jobst von Brabeck. Verhüttung der Erze bis 1693 in der Eisenhütte "Kunigunde" (Identisch mit der heutigen Schwarzpulverfabrik an der B6/Innerste).

14.01.1877: Die Ilseder Hütte übernimmt den Tagebau Glockenberg und baut den Abbaubetrieb nachhaltig aus. Durch die Mischung der sauren Georg-Friedrich-Erze mit den basischen Lengeder Erzen erzeugt man ein billiges, aber konkurrenzfähiges Roheisen.

1906: Der Übergang vom Tagebau zum Tiefbau beginnt im Feld Eisenkuhle mit dem Abteufen des Glockenbergschachtes bis zur 60 m-Sohle. Der Tagebau Glockenberg erreicht eine Teufe von 52 m.

1910: Elektrifizierung der Pferdebahn von den Tagesanlagen zum Bahnhof Dörnten. Akkulokbetrieb auf der 60 m-Sohle.

1925: Mit der Fertigstellung des Schroederstollens als Hauptförderstollen verbindet eine neu gebaute Schmalspurbahn von 14,7 km Länge das Bergwerk mit dem Tagebau Hannoversche Treue in Calbecht, von wo aus die Erze mit der normalspurigen Erzbahn nach Ilsede abgefahren werden.

1929: Der Glockenbergschacht weicht dem voranschreitenden Tagebau Glockenberg. Als Ersatz für den Materialtransport dient die 1925 aufgefahrene Einfallende, ein Bremsberg mit Haspelanlage, der vom Zechengelände Dörnten auf die 60-m-Sohle/Schroederstollen abwärts führt. Die Erzförderung aus Tagebauen und Tiefbau wird vollständig über den Schroederstollen abgefahren.

21.11.1930: Der Maschinenbetrieb Georg-Friedrich übernimmt alle Bohrhämmer, Bohrer, Glockenisolatoren, Drahtseile und Zündschnüre vom stillgelegten Untersuchungsbergwerk Roter Bär in Sankt Andreasberg.

1940: Nach durch die nationalsozialistische Autarkiepolitik bedingten massiven Enteignungen wird die Erzbahn bei Voßpaß gekappt und dort eine neue Umladeanlage in Betrieb genommen.

1942: Der neue Tagesschacht wird auf 215 m abgeteuft, die 120 m-Sohle aufgefahren.

April 1945: In einer Sprengstoffkammer des Eisenkuhlenstollens wird durch einen Assistenten Wernher von Brauns ein Großteil der Planunterlagen zur Entwicklung der Peenemünder Raketentechnologie eingelagert, welche wenig später von amerikanischen Truppeneinheiten abgefahren werden und die Grundlage des amerikanischen Raketenprogramms bilden.

1950er Jahre: Die Tagebaubetriebe sind nach Abbau aller erreichbaren Lagerstättenteile stillgelegt und werden rekultiviert.

1959: Die Vorrichtung der 180 m-Sohle beginnt. Die Förderung steigt auf 2000 Tagestonnen bei einer Rekordleistung im deutschen Eisenerzbergbau von 18,7 t pro Mann und Schicht. 229 Beschäftigte.

02.04.1968: Nach zunehmenden Absatzschwierigkeiten und einer schrittweisen Reduzierung der Produktion schließt das Bergwerk Dörnten. Der Versuch des geologischen Beraters der Ilseder Hütte, Dr. Kolbe, den Stollen als bemerkenswerten geologischen Aufschluß zugänglich zu halten, scheitert.

Um 1980: Nach Aufgabe der Wassergewinnung im Schroederstollen wird das Mundloch bei Döhren eingerissen und zugeschoben, Schacht und Einfallende in Dörnten werden verfüllt.

30.03.2006: Erster Arbeitseinsatz der Arbeitsgemeinschaft Schroederstollen zur Freilegung des Schroederstollens.